Zum 100. Geburtstag von Gottfried Böhm

Auf der Suche nach dem Gemeinsamen

von Andreas Denk Der Kölner Architekt Gottfried Böhm ist im Januar dieses Jahres 100 Jahre alt geworden. Ungewöhnlich an diesem Jubiläum ist nicht nur sein hohes Alter, sondern auch der Umstand, dass mit Böhm ein künstlerisch tätiger Mensch, der weite Teile des letzten Jahrhunderts mit seinen Entwicklungen, Brüchen, Fortschritten und Irrtümern erlebt hat und Teil daran hatte, in unsere Zeit … Mehr lesen

Geplanter Abriss der Zentralen Tierversuchslaboratorien in Berlin

„Mäusebunker“ in Gefahr

„Mäusebunker“ wird das Sichtbetongebäude der Zentralen Tierversuchslaboratorien in Berlin-Steglitz mit drastischer Klarheit genannt. Gerd und Magdalena Hänska entwarfen das Gebäude mit seinen wie Kanonenrohre aus der geböschten Fassade hervorschauenden blauen Lüftungsrohren zwischen 1969 und 1972. Erst 1981 wurde es fertiggestellt. Der Bau dient heute der Forschungseinrichtung Experimentelle Medizin (FEM) und gehört zum Berliner Universitätsklinikum, der Charité. Sie will den „Mäusebunker“ … Mehr lesen

Gottfried Böhm wird 100

Volles Jahr(hundert)

Es gibt kaum Architekten, die so viele augenfällige Besonderheiten in sich vereinen wie Gottfried Böhm: die baumeisterliche Familientradition, die er von seinem Vater übernahm, mit seiner Frau teilte und an seine Söhne und Enkel weitergab; der Pritzker-Preis, den er 1986 als erster Deutscher erhielt, und natürlich die zahllosen unverwechselbaren Bauwerke aus sechs Jahrzehnten, die er verantwortet. Heute wird der große … Mehr lesen

BDA Hamburg zeigt Film zum Barbican in London

Gelebte Utopie

Der Barbican Komplex in London (Chamberlin, Powell and Bon) gehört zu den wenigen Bauten des sogenannten Brutalismus, die nicht nur in sozialen Netzwerken gehyped werden, sondern auch im echten Leben eine gefragte Adresse sind. Die BDA Hamburg Galerie zeigt am Donnerstag, den 30. August, um 19.00 Uhr den Dokumentarfilm „Barbicania“ der beiden Regisseure Bêka & Lemoine, in dem der spannende … Mehr lesen

Buch der Woche: Welche Denkmale welcher Moderne?

Heterogenität als roter Faden

Zur Frage, wie wir mit dem Gebäudebestand der Nachkriegsmoderne umgehen, sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Publikationen erschienen. Die Tatsache, dass eine rein zeitstrahltechnische Erfassung eine Vielzahl von Bauten unter Denkmalschutz stellen würde, hat zur Diskussion geführt, dass eine qualitative Einordnung des umfangreichen Gebäudebestands dringlich ist. Um welche Bauten geht es also? Und wie lassen sie sich architekturhistorisch einordnen? Das … Mehr lesen

Buch der Woche: Finding Brutalism

Durch die schwarz-weiße Brille

Es ist kaum zu leugnen, dass die Architektur des Brutalismus und das Medium der Fotografie, insbesondere schwarz-weiß-Fotografie, unwahrscheinlich gut zusammenpassen. Die ausdrucksstarken, skulptural anmutenden Formgebilde, die komplexen und starke Kontraste erzeugenden Durchdringungen und Überlagerungen von Baukörpern sowie die vielfältigen Oberflächenqualitäten des witterungsanfälligen rohen Betons lassen sich fabelhaft ins Bild bringen. Der Fotograf Simon Phipps lichtet bereits seit vielen Jahren brutalistische … Mehr lesen

Veranstaltungswochenende der Initiative Ruhrmoderne

Non-Stop Brutalismus

Für alle, die sich eingehend mit der Nachkriegsmoderne in Kunst und Architektur beschäftigen möchten, bietet sich vom 27. bis 30. Juli eine besondere Gelegenheit. Die Initiative Ruhrmoderne lädt unter dem Titel „100 Stunden Brutalismus“ für drei Tage ins Hotel Ruhrmoderne im ehemaligen Schulgebäude von Günther Marschall (1967) in Marl und bietet ein reiches Programm mit Vorträgen, Exkursionen, Performances, einer Fahrradtour … Mehr lesen

Buch der Woche: Ruhr-Universität Bochum

Statusbericht einer Vision

1962 wurde ein Ideenwettbewerb ausgelobt, zu dem auch internationale Größen wie Ludwig Mies van der Rohe, Alvar Aalto und Walter Gropius eingeladen waren. Gefragt waren Lösungsansätze für die Aufgabe, wie programmatische Bildungsreformen und –konzepte am Rande Bochums ihren architektonischen Widerhall in der ersten Universitätsneugründung der Bundesrepublik Deutschland finden könnten. 85 Entwürfe wurden seinerzeit eingereicht, das Düsseldorfer Büro Hentrich, Petschnigg & … Mehr lesen

Diskussionsveranstaltung im Haus der Architektur Köln

Brutalismus am Rhein

Der sogenannte Brutalismus ist seit einigen Jahren ein heißes Thema in der Architektur- und Denkmalpflege-Debatte. Vorträge, Konferenzen und Ausstellungen zum Thema zeugen von zunehmender Faszination und Wertschätzung in Fachkreisen für den Baustil. Diverse brutalistische Bauten sind von Verfall oder Abriss bedroht. Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es zahlreiche Bauwerke dieser Epoche. Für ihren Erhalt setzt sich nun die neu gegründete „Initiative … Mehr lesen

Buch der Woche: Extra Normal

Schauerliche Postmoderne

Wer Serge Fruehaufs Fotobuch „Extra Normal“ zum ersten Mal durchblättert, braucht zunächst ein wenig Zeit, um hier einen roten Faden zu finden. Klar ist: Es geht um unterschiedliche Architektur, dabei oft um architektonische Details, aber auch um Kunst am Bau und im öffentlichen Raum. Das meiste davon kann als Produkt der sechziger, siebziger und achtziger Jahre identifiziert werden. Außerdem sticht … Mehr lesen