Buch der Woche: Finding Brutalism

Durch die schwarz-weiße Brille

Es ist kaum zu leugnen, dass die Architektur des Brutalismus und das Medium der Fotografie, insbesondere schwarz-weiß-Fotografie, unwahrscheinlich gut zusammenpassen. Die ausdrucksstarken, skulptural anmutenden Formgebilde, die komplexen und starke Kontraste erzeugenden Durchdringungen und Überlagerungen von Baukörpern sowie die vielfältigen Oberflächenqualitäten des witterungsanfälligen rohen Betons lassen sich fabelhaft ins Bild bringen. Der Fotograf Simon Phipps lichtet bereits seit vielen Jahren brutalistische … Mehr lesen

DAZ

Parklandschaften

Eine angejahrte Asphaltrampe knickt nach unten ab und stürzt scheinbar direkt auf die bedrohlich nahe Zwerchhausgalerie einer gotischen Hallenkirche zu. Aufzugsaufbauten und Werbeträger rahmen wie zufällig die angeschnittene Doppelturmfassade des Kölner Doms. Renzo Pianos Walfischkaufhaus schiebt sich über die Horizontlinie aus Beton in die Höhe wie ein auftauchendes U-Boot. Die Schriftmarke „KAUFHOF“ in fünfziger-Jahre-Typografie scheint aus goldenen Lettern zu bestehen, … Mehr lesen

Fotoausstellung in der BDA Hamburg Galerie

Noch nie in Shanghai

Während die Shanghaiallee in Hamburger Hafen-City zwar zeitgenössische innerstädtische Architektur vorweisen kann, hat sie mit der wirklichen Stadt Shanghai wohl dennoch wenig gemein. Die chinesische Megastadt ist im kontinuierlichen Wachstum begriffen, bei 24-stündiger Bautätigkeit schießen die Bauwerke förmlich in die Höhe und führen zu einer Verdichtung der gigantischen Metropole. Der Fotograf Jan Siefke hat 16 Jahre in Shanghai gelebt und … Mehr lesen

Buch der Woche: Modernism Rediscovered

Drei mal Shulman

Julius Shulman, 1910 im New Yorker Stadtteil Brooklyn geboren, gehört unbestritten zu den ganz Großen der Architekturfotografie. Vor allem in den Jahren der Nachkriegszeit und der Kennedy-Ära hatte er sie alle vor der Kamera: Richard Neutra, Frank Lloyd Wright, Frank O. Gehry, John Lautner, Pierre Koenig und viele mehr ließen ihre Bauten von Shulman in Szene setzen. Entstanden sind dabei … Mehr lesen

Ausstellung zu Albert Renger-Patzsch in der Pinakothek der Moderne

Ruhrpott neu-sachlich

Albert Renger-Patzsch gehört mit seinen Fotografien von Objekten der Industrie und Natur zu den bekanntesten Fotografen der sogenannten Neuen Sachlichkeit. In den Jahren 1927 bis 1935 entstand ohne konkreten Auftrag eine Werkreihe im Ruhrgebiet, die Stadtrand- und Haldenlandschaften, Hinterhöfe und Vorstadthäuser, Schrebergärten und Zechenanlagen zeigt. Renger-Patzsch veranschaulicht darin das direkte Nebeneinander von Industrie, Landschaft und Leben, welches das von der … Mehr lesen

Fotoausstellung in Ludwigshafen

Der Anfang

Das Ankommen von Flüchtlingen in Deutschland ist – spätestens seit letztem Sommer – eines der großen Themen hierzulande. Den globalen Wanderschaften und ihren Auswirkungen widmete sich die gleichnamige Ausgabe von der architekt 2/15. Im Heft abgedruckt fand sich auch eine eindrückliche Serie des 1975 in Teheran geborenen Fotografen Maziar Moradi. Für die Serie „Ich werde deutsch“ inszeniert der in Berlin … Mehr lesen

Buch der Woche: „Opus 80“ zu Ungers´ Haus in der Belvederestraße

Katarakt von Formen

Im Laufe der Jahre hat der Verleger Axel Menges mit seiner gleichnamigen Edition ein beachtliches Konvolut an Büchern zusammengestellt. Besonders bemerkenswert dabei sind regelmäßig jene, fast quadratischen, Publikationen der Reihe „Opus“. Opus 80 ist nun Anfang des Jahres erschienen und widmet sich einem der bekanntesten Einfamilienhäuser der deutschen Nachkriegsgeschichte: dem Wohnhaus von Oswald Mathias Ungers in der Kölner Belvederestraße 60, … Mehr lesen

Tagung zu Fotografien aus NS-Lagern

Bilder, die es nicht geben dürfte

Im August 2015 stellte sich die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück dem Thema „Fotografie in Konzentrationslagern. Praxis, Funktionen und Überlieferungen“. Während einer Sommer-Universität wurde das komplexe Thema in seiner Spannbreite von „Täter-Bildern“, SS-Alben, privaten Fotoaufnahmen sowie der Fotografie der Alliierten bei der Befreiung der Lager diskutiert. Die Sommer-Universität regte zu einer Reihe von Fragen an, die in der Konferenz „Fotografien aus … Mehr lesen

Buch der Woche: Evi Lembergers Between Then and Now

Vom Verschwinden

Unter all den Phänomenen, mit denen wir es beständig zu tun haben, ist die Gleichzeitigkeit von schrumpfenden ländlichen Regionen – die von wirtschaftlichem Erfolg und gesellschaftlicher Neuerung abgehängt scheinen – und der dauerhaften Nivellierung der Unterschiede unserer Städte eines des bemerkenswerteren. Viele Gegenden im ländlichen Raum, nicht nur, aber auch in Deutschland, veröden zusehends. Die globalisierten Wirtschaftsströme machen hier nicht … Mehr lesen

Buch der Woche: Eine Werkschau von Helmut Jahn

Viertlböck, Betsky, Jahn

Über die Qualitäten postmoderner Architektur wurde in letzten Monaten viel geschrieben. Eine Art Wiederentdeckung dieser Epoche mit fast begeisterten Freudenbekundungen vor allem jüngerer Architekten und Architekturinteressierter fand in der jüngsten Vergangenheit statt, die letztes Jahr ihren vorläufigen Höhepunkt in der Ausstellung „MISSION: POSTMODERN – Heinrich Klotz und die Wunderkammer DAM“ im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt fand. Begleitet wird das Phänomen … Mehr lesen