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BDA-Präsidium: Führungswechsel

Der BDA-Bundesvorstand wählte am 6. Dezember in Berlin ein neues Präsidium. Michael Frielinghaus, sechs Jahre lang Präsident des Bundesverbands, kandidierte nach drei Legislaturperioden satzungsgemäß nicht wieder und wurde mit Standing Ovations verabschiedet. Ausgeschieden aus dem Präsidium sind ebenfalls Antje Osterwold (Weimar), Andreas Emminger (Nürnberg) und Michael Beisemann (Dortmund), langjähriger und verdienter „Finanzminister“ des Bundes.

Zum neuen BDA-Präsidenten wurde der vormalige Vize, Heiner Farwick (Ahaus), gewählt. Als zentrale Aufgabe seiner Präsidentschaft sieht er sein Engagement, sich für die Wertigkeit der Baukultur als Ganzes einzusetzen, sich insbesondere der ‚Planungskultur als Grundlage einer herausragenden Baukultur’ zu widmen und sich für ein ‚transparentes und offenes Wettbewerbs- und Vergabeverfahren’ sowie für ‚qualifizierte Architektenausbildung’ stark zu machen: denn „die Bedeutung der Qualität gebauter Umwelt wird zunehmend von quantitativen Parametern überlagert, und die Verantwortung der Architektenschaft gegenüber der Gesellschaft wächst, sich immer wieder für die Wertigkeit der Baukultur als Ganzes zu engagieren.“ Um Gehör zu finden, so Heiner Farwick, sei die Glaubwürdigkeit des BDA von immenser Bedeutung und diese fuße neben den seit 110 Jahren gültigen Grundwerten des Verbandes vor allem auf der fachlichen Kompetenz eines jeden BDA-Mitglieds, und der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung weit über das Maß üblicher Berufsausübung hinaus sowie der inhaltlichen Positionierung zu aktuellen und zukünftigen Themen.

Künftiger Vizepräsident ist Kai Koch (Hannover), der bereits dem Präsidium die letzten beiden Jahre angehörte. „Die inhaltliche Vielfalt des BDA, die in Strukturen, Ideen, Initiativen, Publikationen und Veranstaltungen zum Tragen kommt, ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal unseres Verbandes, das es zu stärken gilt“ – dieses Statement, bereits 2011 postuliert, ist für ihn immer aktuell und gleichermaßen Programm. Die Attraktivierung des BDA für junge Architekten, eine intensive Zusammenarbeit unter den Landesverbänden und Gruppen, das Mitwirken an einer ambitionierten Öffentlichkeitsarbeit wie auch die Beziehungen zu den Partnern des BDA stehen im Mittelpunkt seiner Interessen.

Wiedergewählt als Mitglied des Präsidiums wurde Hermann Scheidt (Berlin), der sich in den letzten zwei Jahren im BDA-Präsidium neben allgemeinen Vorstandstätigkeiten insbesondere der BDA-Nachwuchsförderung gewidmet hat. Darüber hinaus übernahm Scheidt die Aufgabe, die Interessen und Standpunkte des BDA in den Berliner Rat für Stadtentwicklung einzubringen.

Als Beisitzer neu gewählt wurde der Hamburger Architekt Florian Boge, der in dieser Amtsperiode durch seine Mitarbeit die Synergien unter den Landesverbänden sowie zwischen Bundesverband und Ländern fördern und unterstützen will. Erfahrungen in der Vorstandsarbeit sind reichlich vorhanden: Boge ist Mitglied im Hamburger BDA-Vorstand seit über zehn Jahren.

Neu ins Präsidium kommt Elke Reichel (Stuttgart), die sich besonders für die Belange der jungen Architekturbüros und die Stärkung des Netzwerkgedankens einsetzen will. „Baukultur wird nicht von einzelnen Büros geschaffen, sondern ist vielmehr die Summe der Gedanken und Gebäude vieler Büros“ und „wenn wir unsere Arbeitsbedingungen und unseren Stand als Architekten verbessern wollen, können wir dies nur mit Gemeinsinn und vereinten Kräften“, so Reichel in ihrer Vorstellung beim Bundesvorstand.

Ebenfalls neu ins BDA-Präsidium gewählt wurde Hubertus Eilers (Gröben/Brandenburg). Eilers, von 2005 bis 2011 Vorsitzender des BDA-Brandenburg, hat sich den Einsatz für ein Berufsbild des Architekten vorgenommen, das in Reaktion auf ein zunehmend zersplittertes Aufgabenfeld wieder eine ganzheitliche Sichtweise vertritt. Er sieht den BDA auf der Basis seines Selbstverständnisses am ehesten in der Lage, neue Anforderungen zu kommunizieren und in ein notwendiges und gewünschtes Berufsbild einzubinden.

Last but not least vervollständigt der Münchner Architekt Erwien Wachter das neue Präsidium. „Sinn. Lust. Anerkennung – gehören untrennbar zur Architektur und zum Sprachschatz einer sich bewussten Architektenschaft. Die Begriffe stehen für drei Säulen in unserem Tun, auf deren gesundem Zusammenwirken unsere Bedeutung für die Gesellschaft ruht: Sicherung ethischer Werte und politisches Handeln, Entdeckung des Poetischen, des Schönen in der architektonischen Gestalt, und schließlich die Qualität aus dem Beherrschen des Technischen, des Konstruktiven, des Zähl- und Messbaren.“ Für Wachter kommt der Vermittlung des Qualitätsgedankens und des eigenen Tuns als Architekt eine besondere Bedeutung zu: im neuen Präsidium will er die Positionen des BDA als glaubwürdiger und kompetenter Mitgestalter der Zukunft verdeutlichen.
Alice Sàrosi

BDA-Präsidium (v.l.n.r).: Hermann Scheidt, Heiner Farwick, Florian Boge, Elke Reichel, Erwien Wachter, Kai Koch (Hubertus Eilers konnte leider nicht am Fototermin teilnehmen); Foto: Till Budde

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