16 Stationen. Wanderungen im Remstal

Station 14+15: Waiblingen bis Fellbach

Station 14: Waiblingen
Jürgen Mayer H. und Partner, Berlin
Geokoordinaten: 48.834238, 9.318647

Jürgen Mayer H. und Partner, Waiblingen, Foto: Andreas Denk

Die Arbeit von Jürgen Mayer H. steht auf der Spitze einer Insel in der Rems: Die Schwaneninsel liegt – durch zwei Brücken an die Remsufer angeschlossen – zwischen der Landstraße und den Gebäuden der städtischen Galerie Stihl, die Hartwig Schneider im Auftrag der Stiftung eines ortsansässigen Sägenherstellers entworfen hat. Auf die schöne Ortslage am Fluss hat Mayer H. mit einer amorphen Skulptur in einem Steingarten geantwortet.

Jürgen Mayer H. und Partner, Waiblingen, Foto: Andreas Denk

Der Berliner Architekt will das begehbare Gebilde, das er aus einer unregelmäßig sechseckigen Scheibe entwickelt hat, als „zeitgenössische Interpretation einer klassischen Hausform mit Satteldach“ verstanden wissen, die „sich auflöst und zerfließt“. Die aus der Scheibe „ausgesägten“ Stücke hat Mayer H. als „Puzzlesteine“ um die Scheibe herum als Sitzgelegenheiten verteilt. Die visuellen und historischen Zusammenhänge sind allerdings nur mühsam herzustellen – in der allgemeinen Wahrnehmung verbleibt der Eindruck einer in Formgebung und durch die Wahl des Standorts beliebigen und wenig inspirierenden Skulptur. Dass das Gelände ringsum wohl aus Sicherheitsgründen durch einen Maschendrahtzaun begrenzt wird, trägt nicht zur Verbesserung der Situation bei.

Jürgen Mayer H. und Partner, Waiblingen, Foto: Andreas Denk

Station 15: Fellbach
Barkow Leibinger, Berlin
Geokoordinaten: 48.797505, 9.297690

Barkow Leibinger, Fellbach, Foto: Andreas Denk

Mitten in den Weinbergen südöstlich von Fellbach, nicht mehr weit von Stuttgart entfernt, liegt an der Kreuzung dreier Wege ein großes Rankgerüst, das Frank Barkow und Regine Leibinger für die „16 Stationen“ im Remstal entworfen haben. Die Pergola ist aus dünnen weißlackierten Stahlstäben geschweißt, die mehreckige, einander durchdringende pyramidenförmige Formen und später einmal das Dach der auf Baumstützen aufsteigenden Rankhilfe bilden. Darunter soll ein grün gedeckter Raum zur Rast, zur Erholung und zur Betrachtung der weiten Landschaft entstehen. Den Boden bildet ein stahlbandgefasstes kreisrundes Kiesbett mit zwei monolithischen Steinsetzungen, die wohl eine Assoziation an japanische Gärten bewirken sollen.

Barkow Leibinger, Fellbach, Foto: Andreas Denk

Der Bewuchs der Pergola ist bislang dünn und über erste Ranken an den Stützen nicht hinausgekommen. Mehr als dieser temporäre Verzug irritiert allerdings der Planungsaufwand, der für die Stahlkonstruktion nötig gewesen sein muss: Der optisch-ästhetische Effekt der Stahlstabdecke geht nicht über die des klassischen Mero-Raumfachwerks hinaus, das man hier genauso gut hätte verwenden können: Der spezifische Ortsbezug hätte sich auch damit nicht verringert.
Andreas Denk

Barkow Leibinger, Fellbach, Foto: Andreas Denk

Andreas Denk erforscht in seinem architektonischen Reisetagebuch die 16 „Stationen“ im Remstal und kommentiert die architektonischen Erzeugnisse, die die ungewöhnliche Gartenschau im Schwäbischen hervorgebracht hat. Die bisherigen Stationen finden sich hier:
Station 0: Im Remstal. Ein architektonisches Reisetagebuch
Station 1: Essingen
Station 2+3: Mögglingen bis Böbingen an der Rems
Station 4+5: Schwäbisch Gmünd bis Lorch
Station 6+7: Plüderhausen bis Urbach
Station 8+9: Schorndorf bis Winterbach
Station 10+11: Remshalden bis Weinstadt
Station 12+13: Korb bis Kernen

Remstal Gartenschau 2019
bis 20. Oktober 2019
Die meisten Gartenschauflächen sind zu jeder Zeit für die Gartenschau-Besucher geöffnet.
Weitere Informationen unter:
www.remstal.de

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