16 Stationen. Wanderungen im Remstal

Station 16: Remseck am Neckar

Christoph Mäckler Architekten, Frankfurt am Main
Geokoordinaten: 48.873434, 9.274736

Christoph Mäckler, Remseck am Neckar, Foto: Andreas Denk

Am Ende des Parcours der „16 Stationen“, in Remseck, mündet die Rems in den Neckar. Die Mündung ist ein beliebtes Ausflugsziel, das durch ein Restaurant mit Außengastronomie noch einen zusätzlichen Reiz hat. Im Rahmen eines EU-Projekts wurde vor wenigen Jahren am rechten Remsufer ein inzwischen viel besuchter Schwemmsandstrand erschlossen, an den sich jetzt das Projekt von Christoph Mäckler für die „16 Stationen“ der Remstal-Gartenschau anschließt. Mäckler hatte die gute Idee, dem Bade- und Sonnenstrand mehrere Badehäuser hinzuzugesellen, die er auf Schwimmkörpern entlang eines Schwimmstegs positionieren wollte, der entlang der Uferlinie der Rems verläuft. Das realisierte Ergebnis ist enttäuschend: Entstanden ist nur ein Badehaus.

Christoph Mäckler, Remseck am Neckar, Foto: Andreas Denk

Es besteht aus drei schmalen, auf quadratischen Stützen stehenden hohen Giebeln in Tafelbauweise, deren steile Form so etwas wie ein Signet der Mäcklerschen Entwürfe der letzten Jahre geworden ist. Die ausgeführte Badehausfassung lässt auch nicht die konstruktiven Ideen einer weitgehenden Vorfertigung der Hausmodule erkennen, die Mäckler ursprünglich beabsichtigte. Die drei weißen hausähnlichen Kompartimente sind untereinander verbunden, aber als Umkleidekabinen eigentlich nicht geeignet. Der lange Steg, den das Badehaus einleitet, hätte eine gute Badegelegenheit geboten, wenn er nicht vollständig durch ein Edelstahlgeländer und Ketten begrenzt worden wäre, die nicht der Intention des Architekten entsprungen sein können. Insofern ist der Ort tatsächlich zu einem „Sehnsuchtsort“ geworden – allerdings nicht durch die Farbe Weiß, wie es dem Architekten vorschwebte, sondern durch die sich nie einlösende Verheißung eines kühlen Bades im Fluss: Das ist hier nämlich nicht möglich.
Andreas Denk

Christoph Mäckler, Remseck am Neckar, Foto: Andreas Denk

Andreas Denk erforscht in seinem architektonischen Reisetagebuch die 16 „Stationen“ im Remstal und kommentiert die architektonischen Erzeugnisse, die die ungewöhnliche Gartenschau im Schwäbischen hervorgebracht hat. Die bisherigen Stationen finden sich hier:
Station 0: Im Remstal. Ein architektonisches Reisetagebuch
Station 1: Essingen
Station 2+3: Mögglingen bis Böbingen an der Rems
Station 4+5: Schwäbisch Gmünd bis Lorch
Station 6+7: Plüderhausen bis Urbach
Station 8+9: Schorndorf bis Winterbach
Station 10+11: Remshalden bis Weinstadt
Station 12+13: Korb bis Kernen
Station 14+15: Waiblingen bis Fellbach

Remstal Gartenschau 2019
bis 20. Oktober 2019
Die meisten Gartenschauflächen sind zu jeder Zeit für die Gartenschau-Besucher geöffnet.
Weitere Informationen unter:
www.remstal.de

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